Fortsetzung zu: Allgemeine Information zu Lern- und Arbeitstechniken

Vorbereitungszeit:

Anhand aller gesammelten Informationen gilt es einen umfassenden Zeitplan für den zu lernenden Stoff bis zur Prüfung aufzustellen. Der Stoff muss in kleine Portionen eingeteilt werden und es sollte auch stets ein wenig Luft für unerwartete Ereignisse mit eingeplant werden. So können Unwohlsein, Krankheiten oder andere Familienereignisse schnell das ganze Konzept durcheinander wirbeln.

Hier ein paar wichtige Tipps:

  • Wurde der Stoff in kleine Portionen auf die zur Verfügung stehenden Wochen bis zur Prüfung eingeteilt, so sollten stets 2 Wochen am Ende Spielraum sein, um Zeit für Wiederholungen des gesamten Stoffes zu haben oder noch nicht so gut Verstandenes vertiefen zu können. Kleine Zeitverzögerungen im Gesamtplan lassen so keine unnötige Panik aufkommen.
  • Auch wenn die Erstellung eines genauen Zeitplans, wann welcher Stoff zu lernen ist, auf den ersten Blick viel kostbare Lernzeit in Anspruch nimmt, so ist dies eine gut investierte Zeit und spart am Ende viele nervöse Magenbeschwerden. Ein so aufgeteilter Stoff ist bei weitem nicht so bedrohlich, da er überschaubar ist. In diesen langfristigen Plan gehören auch die Termine, die eine Voraussetzung für die Prüfung darstellen wie zum Beispiel die Prüfungsanmeldung oder die Vorbesprechung mit dem Prüfer.
  • Besteht die Möglichkeit, mit anderen gemeinsam zu lernen, dann sollte dies genutzt werden. Das Lernen in einer Gruppe hat mehrere Vorteile. Man sieht, dass die anderen ähnliche Probleme haben und man bekommt eine Rückmeldung über den aktuellen Wissensstand. Dies hilft zur objektiven Selbsteinschätzung und lässt einen nicht den „Anschluss“ verpassen. Die Lerngruppe sollte nicht zu groß sein (drei bis fünf Personen) und alle sollten möglichst am gleichen Thema arbeiten.

Ist der Stoff in gleichmäßige Wochen-Portionen aufgeteilt, so gilt es nun den Stoff in Tages-Portionen mit Lern- und Erholungseinheiten zu gliedern.

  • Beim Tagesplan wird genau festgelegt, was am nächsten Tag durchzunehmen ist. Das bedeutet, es sollt an jedem Tag das Tagespensum für den nächsten Tag schwarz auf weiß festgehalten werden (welches Kapitel, welches Thema oder welche Seiten durchgenommen werden sollen. Das festzulegen ist schnell getan.
  • Die Pausen zwischen den einzelnen Lernabschnitten am Tag sind bewusst festzulegen und einzuhalten. Während der Pausen sollte das Arbeitszimmer unbedingt verlassen werden, um sich anderen Reizen auszusetzen. Jedoch sollten keine Aktivitäten begonnen werden, die länger als die Pause dauern könnten.
  • Im Tagesplan sollte auch etwas Zeit freigehalten werden, in der einem Vergnügen nachgegangen wird. Man lernt effektiver, wenn zwischendurch Entspannung und die Beschäftigung mit schönen Dingen auf dem Programm steht.

Nach Durchführung solch optimaler Planung kann das Lernen und die Prüfungsvorbereitung beginnen. Nun ist die Merk- und Konzentrationsfähigkeit gefragt. Zur Steigerung dieser sind möglicherweise einige psychologische Erkenntnisse behilflich.

Psychologische Erkenntnisse über die Verbesserung der Merkfähigkeit

  • Man erinnert sich besser an etwas, was man versteht.
  • Man erinnert sich besser, wenn man öfter und dafür weniger lernt.
  • Man lernt schneller, wenn man sich das Gelernte regelmäßig laut vorsagt.
  • Man erinnert sich an etwas besser, wenn es als Ganzes immer wieder wiederholt wird, als wenn man es in Teile zerlegt und jeden Teil einzeln lernt.
  • Das abwechselnde (“verteilte”) Lernen verschiedener Sachgebiete verschafft eine höhere Aufnahmefähigkeit als der stundenlange Versuch, nur ein Sachgebiet zu lernen.
  • Eine positive Einstellung fördert die Merkfähigkeit.
  • Eine hohe Lernmotivation hat einen großen Einfluss auf die Merkfähigkeit. Man lernt schneller und behält länger, wenn regelmäßig kleine Pausen eingelegt werden.

Psychologische Erkenntnisse über die Verbesserung der Konzentration

  • Wird ein bestimmter Tisch und ein bestimmter Stuhl immer nur zum Arbeiten benutzt, dann wird es mit der Zeit leichter fallen, sich zu konzentrieren.
  • Störende Gedanken während des Lernens sollten notiert werden und auf eine spätere Bearbeitung “verschoben” werden. So bekommt beides seinen Raum – das Lernen und wichtige Alltagssorgen.
  • Eine Woche vor der Prüfung sollte nichts Neues mehr gelernt werden. Die letzte Woche dient einzig und allein der Wiederholung. Warum? Weil so kurz vor einer Prüfung die Gefahr besteht, dass Wissenslücken festgestellt werden, die in Panik geraten lassen und somit das bereits Gelernte gefährdet. Auch ist eine Woche vor der Prüfung das Aufnahme- und Konzentrationsvermögen für neuen Stoff nicht mehr so gut.
  • Zusätzlich kann die Lernmotivation mit Autosuggestion, Entspannungstechniken, Lernmotivation sowie allgemeinen Lern- und Arbeitstechniken unterstützt werden. So besteht eine gute Chance, die Prüfungsangst (zumindest ein wenig) “in den Griff” zu bekommen.

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