Texte effektiver lesen

Die Fähigkeit unbekannte Texte schnell und effektiv lesen zu können, spart viel Zeit und kann mit Hilfe einiger Techniken erlernt werden. Diese ermöglichen einen Text nicht nur schneller zu lesen, sondern auch die Inhalte besser zu verstehen.

Textauswahl

Mit Hilfe des Inhaltsverzeichnisses, der Einleitung und dem Sachwortregister sollte geprüft werden, ob der Text zum vorhandenen Vorwissen passt und hilfreich für die Klärung offener Fragen ist.

Den Sinn erfassen

Beim schnellen und trotzdem sinnerfassenden Lesen geht es nicht so sehr um eine Steigerung der Lesegeschwindigkeit, sondern um das Erfassen der Kerninhalte. Hierbei werden zentrale Wörter in Gruppen gebündelt. Diese Sinnzusammenhänge können deutlich besser behalten werden als einzelne Buchstabenkombinationen oder Wörter. Üben kann man dies, indem man versucht, die natürlichen, ruckhaften Augenbewegungen ganz gezielt einzusetzen. So kann leicht von einer wichtigen Stelle zur nächsten gesprungen werden, wobei es stets gilt, die Wortgruppen zu erfassen und diese in einen Sinnzusammenhang zu bringen.

Die Technik im Einzelnen:

In einem leicht zu lesenden Text werden innerhalb einer etwa 10 Zentimeter breiten Zeile fünf bis sechs Fixpunkte benötigt. Die Wörter im Umfeld dieser Fixpunkte werden nur unscharf wahrgenommen und aus dem Sinnzusammenhang erschlossen.
Überfliegen Sie den Text ohne die Absicht, jeden einzelnen Satzteil inhaltlich richtig erfassen zu wollen. Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Gehirn den Sinn durch die Gesamtheit der Informations-Bruchstücke erkennt. Diese Art des Lesens praktizieren viele Leute unbewusst bei der täglichen Zeitungslektüre.
Fahren Sie mit dem Zeigefinger nur über jede dritte Zeile von links nach rechts. Die Augen folgen dieser Bewegung reflexartig und nehmen wichtige Informationen aller drei Zeilen gleichzeitig wahr.
Darüber hinaus spielen viele weitere Faktoren eine Rolle: Wachheit, Konzentration, Lichtverhältnisse, Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand, Kontrast der Schrift zum Hintergrund, Zeilen- und Absatzlänge, Aufzählungszeichen, Verwendung von Tabellen etc.

Nachbereitung

Zum Verstehen des Gelesenen ist es wichtig, Verbindungen zwischen verschiedenen Sinnzusammenhängen herzustellen und mit dem eigenen Vorwissen zu verknüpfen.
Dabei sollte überprüft werden, ob alle in der Vorbereitung formulierten Fragen an den Text beantwortet werden können.

Schlechte Angewohnheiten mindern das Lesetempo

Hierzu gehören:

1.)lautes Mitsprechen/Mitlesen
Die aktive Beteiligung der Sprechorgane hemmt das Lesetempo.

2.)Wort für Wort lesen
Auch das fortgeschrittene Buchstabieren oder das Lesen Wort für Wort wirkt sich negativ auf das Lesetempo aus.

3.)starres Lesen
Der komplette Text wird im gleichen Tempo gelesen und nicht der Schwierigkeit der einzelnen Passagen angepasst.

4.)unbeteiligtes Lesen
Der Text wird passiv, desinteressiert und unkonzentriert gelesen.

5.)wahlloses Lesen
Der Text wird nicht im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel gelesen.

6.)Auslassen von Illustrationen
Illustrationen werden als unwichtig eingestuft, obwohl Visualisierungen das Verstehen nachhaltig fördern.

7.)zu lange Leseetappen
Spätestens alle 10 Minuten ist eine Pause fällig.

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