Zitieren leicht gemacht!

Nicht zuletzt nach den öffentlichen Skandalen nicht korrekt erstellter Doktorarbeiten ist die Bedeutung der Einhaltung der Grundlagen des richtigen Zitierens wieder in das Bewusstsein der Studierenden gerückt.

Zitate sind notwendig und wichtig, um Argumente zu begründen oder zu veranschaulichen. Um aber nicht den Eindruck zu erwecken, es würde sich hierbei um eigene Ideen oder Meinungen handeln, ist die Kenntlichmachung besonders wichtig.

Umgang mit Zitaten

Jede wissenschaftliche Arbeit benötigt ein gesundes Maß an Zitaten. Zu wenige Zitate machen den Inhalt einer Arbeit schwer nachprüfbar und beeinträchtigen die Verständlichkeit. Zu viele oder zu lange Zitate erschweren das Lesen und lassen oft nur schwer erkennen, wo die eigene Aussage der Arbeit steckt.

Auf Genauigkeit achten

Grundsätzlich muss der zitierte Text immer seinen ursprünglichen Sinn behalten. Es darf keine Veränderung des Zusammenhangs geben oder die Aussage durch eine unvollständige Wiedergabe verändert werden. Jedes Zitat ist durch Anführungszeichen zu kennzeichnen und der Inhalt ist immer wörtlich wiederzugeben! Selbst Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler müssen übernommen werden. Steht das Zitat nicht am Anfang des Textes, kann man jedoch das Anfangswort des Zitats klein schreiben.

Eigene Änderungen kennzeichnen

Manchmal kann es notwendig sein, Satz- oder Wortteile zu ergänzen oder zu streichen, um den Sinn des Zitats besser verstehen zu können oder um ein Zitat sinnvoll in die eigene Arbeit einzubinden. Diese Änderungen müssen mit eckigen Klammern gekennzeichnet werden.
Beispiel: „In diesem Jahr [1989] fiel die Berliner Mauer.“

Die eckige Klammer zeigt, dass die Jahreszahl vom Autor eingefügt wurde, um zu verdeutlichen, um welches Jahr es sich genau handelt.

Streichung von Satz- oder Wortteilen (Ellipsen)

Werden Teile eines Zitats ausgelassen, so kennzeichnet man dies durch drei Punkte, denen jeweils eine Leerstelle vorausgeht und eine folgt. Ist nicht deutlich erkennbar, ob die Auslassung bereits im Original vorhanden ist, sollte man die eigene Streichung in eckige Klammern [...] setzen.

Quellenangabe

Wichtig ist die genaue Angabe der Quelle, aus der die Textstelle entnommen wurde. Hier gelten folgende Regeln:

Verfasser

Der Verfasser wird in der Form Nachname, Vorname angegeben. Es werden höchstens drei Autoren aufgeführt, ihre Namen werden durch ein Semikolon getrennt. Falls es mehr als drei Verfasser gibt, schreibt man u. a. (und andere).

Erscheinungsjahr

Hinter den Autoren wird das Erscheinungsjahr des Werkes in Klammern aufgeführt. Das Erscheinungsjahr wird durch einen Doppelpunkt vom Titel abgegrenzt.

Titel

Der Titel des Werkes wird in der Form Titel. Untertitel. (falls vorhanden) angegeben. Am Schluss des Titels steht ein Punkt.

Auflage des Buches

Ist eine Buchauflage angegeben, so kann diese hinter den Titel in Klammern geschrieben werden.

Erscheinungsort und Verlag

Erscheinungsort und Verlag werden durch einen Doppelpunkt voneinander getrennt, hinter dem Verlag steht ein Komma.

Seitenzahl des Zitats

Ganz zum Schluss vermerkt man die Seitenzahl, auf der das Zitat zu finden ist. Geht das Zitat über eine bzw. mehrere Seiten, so kennzeichnet man dies durch f (eine Seite) oder ff (mehrere Seiten).
Eine Belegstelle für ein Zitat aus einem Buch könnte zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

Muster, Heinz; Beispiel, Hans; Format, Petra u. a. (1999): Zitieren leicht gemacht. Einfache Grundregeln. (4., neubearbeitete Auflage). München: Lernverlag, S. 15ff

Entscheidet man sich für eine andere Reihenfolge der Angaben, so ist es wichtig, dass die einmal gewählte Form in der ganzen Arbeit beibehalten wird.

Infragestellen des Inhalts

Wenn die Genauigkeit oder Richtigkeit des Zitats vom Leser infrage gestellt werden könnte, z. B. bei Rechtschreibfehlern im Original, verwendet man zur Kennzeichnung den Ausdruck [sic].

Zitate aus dem Internet

Quellen aus dem Internet anzugeben ist oft schwieriger, weil die benötigten Angaben oft nur ungenau oder unvollständig zu finden sind. Eine Belegstelle für ein Zitat aus dem Internet könnte beispielsweise so aussehen:

Autor (Erscheinungsdatum im Internet): Titel. Untertitel. URL: Internetadresse. Abrufdatum

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