Prüfungsangst

Prüfungen gehören zum Lebensalltag und werden doch von so vielen Menschen gefürchtet. Manche werden zuvor lediglich nervös, andere geraten regelrecht in Panik. Sie beginnen zu schwitzen, zittern, ihnen wird übel und sie werden von Selbstzweifeln geplagt. Nur wenigen Prüflingen ist es möglich, locker und entspannt in die Prüfungssituation zu gehen. Ein gewisses Maß an Angst ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen für die Aufnahmebereitschaft in der Lernphase förderlich, es bedeutet: man nimmt die Ausnahmesituation ernst. Aber warum passiert es immer wieder, dass trotz bester Vorbereitung unser Gehirn aussetzt?

Unser Gehirn kann am besten arbeiten, wenn wir weder zu gleichgültig, noch zu angespannt in eine Prüfung gehen. Bei großer Anspannung funktioniert plötzlich die Informationsübertragung zwischen den einzelnen Nervenzellen nicht mehr und dann kommt der besagte große Black out, man fängt zu stottern und zu zittern an. Dem gilt es rechtzeitig entgegenzuwirken.

Merkmale von Prüfungsangst: Körperliche Symptome wie Anspannung, Unruhe, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Herzrasen, Durchfall oder Appetitlosigkeit. Seelische Merkmale wie Angst, Unsicherheit, Mutlosigkeit, Selbstzweifel und Reizbarkeit. Geistige Symptome können sich in Denkblockaden, Merkfähigkeitseinschränkungen und Konzentrationsstörungen äußern. Verhaltensmerkmale: der Prüfling nimmt Beruhigungsmittel, trinkt auffallend viel Kaffee oder gar Alkohol und stürzt sich in Arbeiten, die zwar ablenken aber nicht zum weiteren Lernerfolg beitragen.

Ursachen von Prüfungsangst: Prüfungsangst entsteht, wenn man die bevorstehende Situation nicht gut einschätzen kann und das Gefühl hat, allem nicht gewachsen zu sein. Die beste Vermeidungsstrategie ist eine umfassende Vorbereitung.

Maßnahmen bei Prüfungsangst: Versuchen Sie alle angstauslösenden Gedanken durch positive Gedankensätze zu ersetzen. Wenn Sie der Gedanke quält, Sie hätten früher mit dem Lernen beginnen sollen, dann schieben Sie diesen Gedanken bei Seite und konzentrieren sich ganz auf die verbleibende Zeit. Teilen Sie die Lernzeiten gut ein und freuen Sie sich über jede neue Lerneinheit, die hilft, Wissenslücken zu schließen. Stärken Sie sich in dem Gedanken, dass Sie nur auf Grund Ihrer Vorkenntnisse so weit gekommen sind, dass Sie jetzt zur Prüfung zugelassen wurden. Mit der Zeit relativiert sich die oft unbegründete Angst. Je öfter die positiven Gedankengänge wiederholt werden, desto mehr prägen sich diese Glaubenssätze ein. Oft geben wir uns im Vorfeld gedanklich genügend Gründe, warum ein Nichtbestehen der Prüfung das persönliche Ende wäre und geraten so in Angst und Panik. Unser Gehirn ist somit völlig blockiert und nur von diesen negativen Gedanken besessen, so dass kein Platz mehr für ein normales Funktionieren besteht. Hier helfen nur beruhigende positive Gedanken.

Sollten Sie während einer mündlichen Prüfung plötzlich in Panik geraten, weil Sie glauben die gestellte Frage nicht beantworten zu können, so konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem. Haben Sie die Frage nicht verstanden, bitten Sie diese noch einmal wiederholt zu bekommen. Bedenken Sie stets: auch wenn Sie im schlimmsten Fall durchfallen, Sie haben Ihr Bestes gegeben und bekommen sicher eine zweite Chance notfalls die Prüfung zu wiederholen.

Vorbeugende Maßnahmen: Regelmäßige Atemübungen helfen, den Körper in Stresssituationen ruhiger werden zu lassen. In Zeiten der Anspannung beschleunigt sich der Atemrhythmus und der Atem wird flacher. Dies kann zu Herzklopfen und weichen Knien führen. Üben Sie tief und bewusst einzuatmen. Lernen Sie Techniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und trainieren Sie dies regelmäßig, bis Sie die Vorgehensweise gut beherrschen.
Da Prüfungsangst ganz allein in Ihrem eigenen Kopf entsteht gilt es auch genau hier anzusetzen und diese Gedanken zu bekämpfen und zu reduzieren.

Tauschen Sie folgende negative Gedanken durch positive Leitsätze aus:

Negativ:
Wenn ich die Prüfung nicht bestehe ist dies eine Katastrophe.
Positiv:
Ich habe mich gut vorbereitet. Sollte ich die Prüfung doch nicht bestehen, wäre es zwar ärgerlich aber ich kann die Prüfung notfalls wiederholen.

Negativ:
Hoffentlich wirke ich nur nicht zu unsicher und nervös.
Positiv:
Die Prüfer wissen, dass alle Prüflinge nervös und aufgeregt sind und haben sicherlich volles Verständnis.

Negativ:
Ich darf mir keinerlei Fehler leisten, die Prüfung muss perfekt laufen.
Positiv:
Sollte mir ein Fehler unterlaufen, so werde ich sicherlich nicht gleich dadurch die ganze Prüfung vermasseln. Sie sind menschlich.

Zum Schluss ein nicht ganz so ernst zu nehmender Ratschlag:

Manchen hilft es auch, sich in einer besonders stressigen Prüfungssituation den Prüfer oder die Prüferin vor einem nackt vorzustellen oder auf dem Stillen Örtchen. Auch dies kann Spannung nehmen und für mehr Gelassenheit sorgen!

Previous post:

Next post: