Die mündliche Prüfung

Mündliche Prüfungen bereiten vielen im Vorfeld Angst. Oft sind die Personen, die einem gegenüber sitzen, völlig unbekannt. Der zu Prüfende hat Angst im entscheidenden Moment das Gelernte nicht präsent zu haben.

Betrachten Sie daher eine mündliche Prüfung wie ein Verkaufsgespräch. Das Prüfungswissen ist die Ware, die angeboten wird. Das vorhandene Wissen gilt es erfolgreich darzustellen und Schwachstellen gekonnt zu umgehen.

Der erste Schritt ist eine gründliche Vorbereitung. Informieren Sie sich über die Rahmenbedingungen unter denen die Prüfung stattfindet.

Rahmenbedingungen

Hierzu gehören Fragen zum Ort, um die Anfahrtszeit genauestens zu berechnen, wie lange sollte man vorher dort sein? Stellen Sie Fragen zur Prüfungsdauer, Anzahl der prüfungsberechtigten Personen und Art der zugelassenen Hilfsmittel (Wörterbücher, Taschenrechner, Gesetze etc.). Hilfreich ist es oft, wenn man mehr über die Prüfer erfahren kann: hat er Spezialgebiete, gilt er als spreng oder ist er evtl. humorvoll und nimmt dem Prüfling damit die Prüfungsangst? Welche Kleidung wird erwartet? Wenn es möglich ist, sollte man vorher als Gast an anderen Prüfungen teilnehmen. Erkundigen Sie sich, ob in der Prüfung ein Kurzreferat gewünscht wird oder sie mehr als Gespräch angelegt wird.

Inhaltliche Vorbereitung:

Auch wenn man nicht weiß, wie die Fragen lauten werden, so sollte man den Lernstoff gezielt darauf hin untersuchen, wie einzelne Fragen aussehen könnten. Hierbei hilft es, die wichtigsten Teilbereiche des Fachgebietes zu kennen und dazugehörige Fachbegriffe. Wenn Sie wichtige Persönlichkeiten aus dem Gebiet nennen können und einige Beispiele parat haben, zeigt dies dem Prüfer, dass man sich mit dem Prüfungsbereich auseinandergesetzt hat. Finden Sie eigene kritische Fragestellungen zu dem Thema. Versuchen Sie das Themengebiet überzeugend darzustellen. Gestellte Fragen sollten nicht zu knapp zu beantwortet werden, bieten Sie noch mehr eigenes Fachwissen an. Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie jederzeit unterbrochen werden können, seien Sie auf Zwischenfragen gefasst und bewahren Sie stets die Ruhe.

Aktives Prüfungsverhalten:

Da es darum geht, in kürzester Zeit zu zeigen, dass man über ein großes Fachwissen verfügt, gilt es das Wissen komprimiert darzulegen.
Beherrschen Sie das gefragte Sachgebiet nicht vollständig, so lenken Sie aktiv zu Bereichen über, in denen Sie über genügend Kompetenz verfügen, die jedoch nicht vom Thema abweichen, dies kann wie folgt geschehen:
“In dem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach…”. Hierbei sollten stets aber nur die Fachbegriffe verwendet werden, die man auch gut erklären kann, falls der Prüfer nachhakt. Schauen Sie den Prüfern immer direkt in die Augen und achten Sie auf körperliche Signale, wie leichtes Zunicken oder fragende Augen. So manche Prüfungsordnung untersagt jedoch den Prüfern, deutlich zu zeigen, ob die Frage richtig oder falsch beantwortet wurde.

Einschätzung des Prüfungserfolgs:

Werden von den Prüfern keine äußeren Zeichen gezeigt, so kann der weitere inhaltliche Verlauf sehr aufschlussreich sein. Geht die Fragestellung weg von der reinen Wiedergabe oder Anwendung des Wissens hin zu Bewertungen der Theorien, zeigt dies, dass der Prüfer von den Kenntnissen des Prüflings überzeugt ist. Sollte jedoch der Prüfer ungewöhnlich lange immer beim gleichen Prüfungsbereich bleiben, so bedeutet dies, dass ihm noch wichtige Bestandteile fehlen.

Schreckgespenst Blackout

Viele haben Angst, in der Mündlichen Prüfung vor dem gefürchteten Blackout. Meist tritt dies innerhalb der ersten fünf Minuten. Oft verwirren die Prüfer den Prüfling mit einer allgemein gehaltenen Einstiegsfrage, die nicht zum Sachgebiet gehört. Viele verlieren damit die Ruhe über die Situation.

Fazit:

Betrachten Sie eine mündliche Prüfung nicht so sehr unter dem Kriterium „Prüfung“, sondern mehr unter dem Aspekt „Diskussion unter Experten“. So werden Medizinstudenten von Medizinern geprüft und wenn Sie schon bis zur Prüfung zugelassen wurden, dann können Sie sicher sein, dass Sie über Fachwissen verfügen. Dieses gilt es gut zu strukturieren und kompetent vorzutragen.

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