August 2011

Rituale und Gewohnheiten geben den Lernenden Motivation, Sicherheit und Orientierung. So erleichtern Rituale das Anfangen und das Beenden / Abschalten nach dem Lernen.
Spezielle Gewohnheiten machen in Lernphasen Mut, geben die Kraft zum Durchhalten und stärken bei Prüfungen das Selbstvertrauen. Auch die Veränderung von Sprachgewohnheiten können die Einstellung zum Lernen grundlegend verändern.

I. Rituale, die das Anfangen erleichtern

Ohne die rechte Motivation passiert es Lernenden immer wieder, dass sie den Beginn nach hinten schieben und sich mit anderen Aufgaben ablenken. Wenn dann vor Prüfungen die Zeit knapp wird, kommt leicht noch Panik hinzu. Umso wichtiger ist daher ein erfolgreicher Lernstart. Folgende Tricks können den Einstieg erleichtern:

Trick 1: Fester Arbeitsrhythmus
Ein fester Arbeitsrhythmus hilft beim Lernen ungemein. Wer immer die gleiche Lernzeit und den gleichen Lernort in seinem Tagesablauf integriert, verfällt seltener in Ausreden. Die Arbeitszeiten sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Auch die notwendigen Lernpausen sollten stets zur gleichen Zeit stattfinden.

Trick 2: Kleine und große Pause zwischendurch
Strukturieren Sie den Tag fest durch. Frühstücken Sie stets zur gleichen Zeit und beginnen anschließend mit der ersten Lerneinheit. Nach einem angemessenen Zeitrahmen legen sie eine Kaffee- oder Teepause ein, deren Länge aber fest vorgegeben ist, um anschließend die nächste Lernphase zu starten. Belohnen Sie sich mit kleinen Highlights. Gönnen Sie sich Ihre tägliche Lieblingssendung als wohltuende Entspannung, aber schalten Sie anschließend den Fernseher wieder aus und beginnen die nächste Lernphase.

Trick 3: Lernstoff vorbereiten
Ist der Lernstoff noch völlig diffus, fällt das Anfangen um so schwerer. Das alte Sprichwort: “Auch der Aufstieg auf den höchsten Berg beginnt mit einem ersten Schritt“ verdeutlicht, dass die Vorbereitung jedes Vorhabens von großer Bedeutung ist. Wer einen Berg besteigen will, muss zuerst sein Gepäck packen, um dann loszulaufen.
Das lässt sich auch für das Lernen anwenden. Bereiten Sie bereits am Vortag den Lernstoff für den Folgetag vor. Man weiß genau, was zu tun ist und hat das Arbeitsmaterial schon auf dem Tisch. Am Folgetag muss man sich nur noch hinsetzen und anfangen.

II. Rituale, die Mut machen und Kraft zum Durchhalten geben

Zwischenerfolge geben Kraft zum Durchhalten und stärken die Motivation. Trotz täglichem Lernen zweifeln viele oft an ihrem Lernfortschritt und glauben zu wenig zu wissen, weil Lernerfolge nicht sofort sichtbar werden. Hier gilt es zu lernen, die täglichen Lernerfolge wahrzunehmen.

Hat man sich zuvor einen Lernplan erstellt, so sollten erarbeitete Bereiche gestrichen werden. Gelernte Karteikarten, gelesene Texte und selbst erstellte Zusammenfassungen werden täglich zu dem bisher gelernten Stoff gepackt. So wächst sichtbar der Wissensberg.

III. Rituale, die die Erholung vertiefen

Oft fällt das Abschalten nach dem Lernen in den eigenen vier Wänden besonders schwer. Man sieht auf dem Schreibtisch noch unbearbeitete Unterlagen. Da fällt es leichter mit folgenden Ritualen:

Als klangliches Ritual kann man täglich sein absolutes Lieblingsmusikstück hören,

Ein materielles Ritual könnte sein, die Kleidung zu wechseln oder den Schreibtisch mit einem Tuch abzudecken. Mit dem körperlichen Ritual eines Kurzen Schläfchens, Duschens oder einer stets gleichen Sportübung fällt das Abschalten ebenso leichter.

IV. Rituale am Prüfungstag

Diese können individuell sehr unterschiedlich sein. Ziehen nach erfolgreichen Prüfungen ruhig beim nächsten Mal das gleiche Kleidungsstück wieder an. Stecken Sie sich einen kleinen Glückbringer in die Hosentasche und durchlaufen Sie an Prüfungstagen morgens stets das gleiche Ritual. Lesen Sie entweder noch im Bett oder direkt am Frühstückstisch noch einmal die erstellte Zusammenfassung durch.
Nehmen Sie sich für die Prüfung Ihre Lieblingsverpflegung mit, durch die Sie sich besonders gestärkt fühlen.

V. Rituale lassen Lernphasen positiv erscheinen

Motivieren Sie sich über den Einsatz der Sprache. Die Menschen werden in ihrem Denken und Handeln stark durch die Wirkung einzelner Wörter beeinflusst. So reicht es für manche Menschen schon, wenn sie das Wort Universität hören, dass sie ein unbehagliches Gefühl bekommen, weil sie dies mit unangenehmen Erinnerungen in Verbindung bringen. Hier hilft es, für diese Lernstätte ein neues, lustiges Wort zu kreieren, dass fröhliche und positive Gedanken weckt.

Gedanken wie „ich muss heute noch lernen“ sollten ersetzt werden durch „wenn ich heute mir den Stoff xyz aneigne, dann ist mir schon mehr als die Hälfte dieses Bereiches vertraut“. Auch hier hilft die positive Einstellung Lernblockaden zu überwinden.

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