Das Prinzip der Visualisierung

Wer Mühe hat, sich Begriffe, Zahlen, Namen oder Fakten zu merken, dem kann das Prinzip der Visualisierung helfen. Hierbei nutzen Sie die Fähigkeit Ihres Gehirns zur bildlichen Vorstellungskraft (Visualisieren), um sich Informationen besser zu merken.
Stellen Sie sich vor Ihrem geistigen Auge Bilder und ganze Geschichten vor – das ist ein bisschen wie Kino im Kopf. Diese Technik fällt anfangs vielen schwer, aber mit jeder Übung wird dies immer leichter und somit effektiver und stärkt diese Fähigkeit im Gehirn.

Zahlen besser merken

Wenn es Ihnen schwer fällt, sich wichtige Zahlen zu merken, hilft oft ein Trick, der sehr wirkungsvoll ist: Zu jeder Ziffer von 0-9 überlegen Sie sich einen passenden Gegenstand oder ein Symbol, der möglichst von der Gestalt her viel Ähnlichkeit mit der Ziffer hat. Dies könnte beispielsweise für die 1 eine Kerze sein, die 2 kann einen Schwan darstellen , die 8 einen Schneemann usw.
Wichtig: Sie müssen diese Zahl mit dem jeweiligen Gegenstand assoziieren können und wählen Sie stets die einmal festgelegten Symbole für jede Ziffer immer wieder gleich. So prägen sich die Zahlen und deren Bedeutung immer fester ein. Anfangs malen Sie diese Symbole am besten auf ein Blatt Papier, um sie besser zu verinnerlichen. Bald gehören Zahl und Symbol eng für Sie zusammen.
Möchten Sie sich nun eine größere Zahl merken, so bilden Sie im Kopf eine kleine Geschichte rund um die einzelnen Ziffern anhand der gewählten Symbole. Lassen Sie Ihrer Phantasie dabei freien Lauf. Für die Summe 1281 kann die Kerze auf dem Rücken eines Schwans zu einem Schneemann am Ufer schwimmen, der diese dann als Nase verwendet. Jede Geschichte lässt sich einfacher merken als eine reine Zahlenfolge. Stellen Sie sich die Geschichte vor Ihrem inneren Auge vor – möglichst lebendig und intensiv. Je verrückter und ausgefallener die Geschichte ist, desto leichter kann man sich später wieder an sie erinnern. Wann immer Sie später an eine bestimmte Zahlenfolge denken wollen, denken Sie an ihre kleine Geschichte und Sie haben die Zahlenfolge parat.

Erlernen von  Begriffen oder Ereignissen

Auch Begriffe und Geschehnisse lassen sich mit Hilfe der Visualisierung leichter erlernen. Bestimmten Fachwörtern, Obergruppen,  Fachbezeichnungen oder Ereignisse können durch Zuordnung einzelner Bilder im Kopf einfacher behalten werden.
Begriffe oder Bezeichnungen lernen – Möchten Sie beispielsweise unterschiedliche chemische Stoffe lernen, so lassen sich Gegenstände eines Raumes eng mit diesen Begriffen verknüpfen und leichter wieder abrufen. Stellen Sie sich vor, wie Ihre Couch in Aluminium eingewickelt wird, die Stehlampe einen Kupferfarbenen Fuß hat, aus dem Fernseher brodelt gelber Schwefel und das Bild an der Wand strahlt in Phosphor-Licht. Lassen Sie diese Bilder immer wieder vor ihrem geistigen Auge erscheinen und gehen systematisch durch das Zimmer. In einer Prüfungssituation brauchen Sie dann geistig nur kurz in das Zimmer zu gehen und sehen dort all die Begriffe, die Sie gelernt haben, bildlich vor sich.
Ereignisse lernen – Möchten Sie sich Jahreszahlen historischer Ereignisse merken, gehen Sie wie folgt vor: Stellen Sie sich z. B. das zu lernende Ereignis vor zweihundert Jahren bildlich vor. Machen Sie sich ein Bild von den beteiligten Personen dort. Stellen Sie sich vor Ihrem geistigen Auge eine Filmsequenz vor, in die Sie alle Daten und Fakten einbauen, die Sie lernen wollen. Lassen Sie z. B. die Personen die Jahreszahlen, Namen und Ereignisse selbst sagen. Stellen Sie sich Bilder an der Wand vor, auf denen die wichtigen Daten niedergeschrieben sind.  Schauen Sie der Hauptfigur über die Schulter, wie sie in ihrem Tagebuch alles Wichtige aufschreibt. Sie können dann in der Klausur oder Prüfung diesen Film vor Ihrem inneren Auge ablaufen lassen und werden sich an alle wichtigen Details erinnern.

Namen von Personen erinnern

Hierfür gibt es einige einfache Tricks:

  • Wird Ihnen eine fremde Person vorgestellt, wiederholen Sie laut den Namen, den Sie gerade gehört haben. Tun Sie dies auch am Telefon.
  • Scheuen Sie nicht zu fragen, wie der Name korrekt ausgesprochen wird. Oft hat man einen Namen gar nicht richtig verstanden.
  • Wiederholen Sie den Namen, wenn Sie ihn korrekt verstanden haben, im Geiste noch mehrmals.
  • Versuchen Sie den Namen der Person mit einem besonderen Merkmal zu verbinden. Das kann z.B. ein besonderes Kleidungsstück sein, ein Ereignis, das mit der Person in Verbindung gebracht wird oder auch ein Hund, der in dieser Situation gerade vorbeikam. Schauen Sie die Person aufmerksam an und nehmen Sie ihn und die Umstände wahr.
  • Wiederholen Sie dabei im Geiste den Namen. Speichern Sie mit diesen Namen innerlich auch das Bild der Situation ab.
  • Assoziieren Sie etwas mit dem Namen – egal wie verrückt es auch immer sein mag – je ausgefallener desto besser.
  • Sehen Sie Ihre Assoziation bildlich vor sich zusammen mit der Person.

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